Eine globale, alltägliche Last
Angststörungen sind weltweit die häufigste Gruppe psychischer Erkrankungen. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass rund 301 Millionen Menschen im Jahr 2019 mit einer Angststörung lebten (WHO). Viele weitere erleben klinisch bedeutsame Angst, die nie formal diagnostiziert wird.
Über diagnostizierte Störungen hinaus betrifft situative Angst - vor einer Operation, einer Bildgebung oder einem medizinischen Eingriff - einen grossen Teil der Patient:innen, die täglich das Gesundheitssystem durchlaufen.
Angst in medizinischen Kontexten
In Kliniken und Praxen ist Angst selten der Grund des Besuchs und prägt dennoch fast jeden Schritt. Patient:innen berichten Angst vor Operationen und Narkose, während Eingriffen wie Endoskopien, Punktionen oder Bildgebung (MRT, CT), während onkologischer Behandlungen sowie in Langzeit- und Palliativpflege.
Das zählt, weil ängstliche Patient:innen schwerer vorzubereiten und zu begleiten sind: Kooperation, Komfort und Erleben leiden, und die Belastung ohnehin angespannter Teams steigt.
Warum sie unterbehandelt bleibt
Medikamente haben ihren Platz, aber mit Kompromissen: Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und Vorsicht bei fragilen oder polymedizierten Patient:innen. Psychologische Therapien wirken, doch der Zugang ist durch Kosten, Wartelisten und Fachkräftemangel begrenzt.
Das Ergebnis ist eine anhaltende Lücke: wirksame, nicht-medikamentöse, sofort einsetzbare und reproduzierbare Werkzeuge für den Moment, in dem Angst tatsächlich ihren Höhepunkt erreicht, bleiben selten.
Wie ein besseres Werkzeug aussieht
Kliniker:innen und Forschende nennen dieselbe Wunschliste: Ansätze, die substanzfrei, schnell einsetzbar, messbar und in vielen Kontexten statt nur einer Nische nutzbar sind.
Jüngste Fortschritte bei Immersion und physiologischer Messung beginnen, dies zu erfüllen - Thema der nächsten Artikel dieser Serie.